I Kissed a 2018 and I Liked It

Question: Darf man den Versuch starten die Vergänglichkeit einzufangen? In einer Liste runterschreiben? Answer: Yeah, whatever. Warum also nicht mal ein Lebenszeichen hier. Die besten Alben des Jahres, as I see them.

Deutlich poppiger, als ich bei Einzeltracks unterwegs bin. Deuuuutlich poppiger. Dafür aber auch mit wenig bis kaum Hardtrance. Last Train to Hardtrancentral…

Das Ganze auch auf Spotify, damit die Künstler auch 0,0013 Cent für´s anhören kriegen. Coz Art Kills Music.

You wanted the best and you got the best. In no particular order…

Maribou State – Kingdoms In Colour (Ninja Tune)
Track: Beginner’s Luck


Alva Noto – Unieqav (Noton)
Track: Uni Blue


Chris Liebing – Burn Slow (Mute)
Track: And All Went Dark


Steve Angello – Human (Size Records)
Track: I Know


Ellen Allien – Nost (BPitch Control)
Track: Call Me


Xenia Beliayeva – Riss (Manual Music)
Track: BPD


Fischerspooner – Sir (Ultra Records)
Track: Everything Is Just Alright


Blocks & Escher – Something Blue (Metalheadz)
Track: Your Ghost


Skee Mask – Compro (Ilian Tape)
Track: 50 Euro to Break Boost


Âme – Dream House (Innervisions)
Track: Blind Eye


Rival Consoles – Persona (Erased Tapes)
Track: Dreamer’s Wake


Vanligt Folk – Hambo (Kess Kill)
Track: Grisebassen


GusGus – Lies Are More Flexible (No Paper Records)
Track: Fuel


Bonjay – Lush Life (Mysteries of Trade)
Track: Chelsea


Helena Hauff – Qualm (Ninja Tune)
Track: btdr-revisited


The Soft Moon – Give Something (Sacred Bones Records)
Track: Give Something


Gaika – Hackers & Jackers (Warp)
Track: Basic Volume


HHNOI – Kallocain Detox (Modularfield)
Track: One More Time


Sinjin Hawke & Zora Jones – Vicious Circles (Planet Mu)
Track: And You Were One


Marie Davidson – Working Class Woman (Ninja Tune)
Track: So Right


Scratch Massive – Garden of Love (bORDEL Records)
Track: Numero 6


Distel – Wapens (Ant-Zen)
Track: Alpha


Blawan – Wet Will Always Dry (Ternesc)
Track: Kalosi


Orbital – Monsters Exist (ACP Records)
Track: Monsters Exist


Moonbootica – Future (Embassy of Music)
Track: Into Your Soul


Monolink – Amniotic (Embassy One)
Track: Swallow


Microtrauma – Soñar (Einmusika Recordings)
Track: Reise Von Ker


Terence Fixmer – Through The Cortex (Ostgut Ton)
Track: Accelerate


Mark Pritchard – The Four Worlds (Warp)
Track: Come Let Us


Etherwood – In Stillness (Med School Music)
Track: Shining Over Me


Die Glocken von Georg Melches

glocke

Es begab sich aber zu jener Zeit, also kurz vor Weihnachten, dass es in mir vibrierte. Oder besser gesagt an mir. Denn Dennis rief an. Nur kannte ich Dennis gar nicht. Muss man vielleicht dazu sagen. Ich war irgendwo auf dem Real Parkplatz, kurz nachdem ich ein TSG Hoffenheim Trikot beflocken hatte lassen (Aber das soll eine andere Geschichte sein), als mich besagter Anruf erreichte.

Am anderen Ende ein junger Mann, der sich mit den Worten “Hallo, ich bin der Dennis” vorstellt.

Ach, der Dennis… was denn für ein Dennis..!?

Einfach nur Dennis. Der Nachname wäre zu kompliziert. Mein Einwand, dass ich ausser Einradfahren erst mal gar nichts kompliziert finde wird von einem vorbeifahrenden SUV geschluckt…

Er wäre der neue Trainer der U11 von Rot-Weiß Essen und er würde mich, oder viel lieber sogar noch den Sohn zum Sichtungstraining einladen. Er habe seinen Namen „auf dem Zettel”.

Die Tradition des Zettels. In Essen lebt sie dank Jens Lehmann und dem Dennis immer noch weiter…

Nun, Wünsche darf ja jeder erst mal gerne haben. Ich hake dann aber noch mal ein wenig nach, wo der gute Mann denn meine Nummer her habe, weil – der hat ja bestimmt nicht gerade das Telefonbuch aufgeschlagen und in der Rubrik “Bitte sprechen sie mit mir über Jugendfußballwahnsinn” meinen Namen gefunden.

Ach ja, klar. Ist ja ne berechtigte Frage. Er hat meinen Namen vom Ömer.

Vom Ömer.

Von wem auch sonst.

Der Ömer, dass muss man wissen, ist der Jugendfußballpate von Gelsenkirchen. Der große Strippenzieher. Warum bin ich nicht früher zu ihm gekommen…

Der Ömer begleitet mich, seit ich Fußballspielen lasse. Damals in Ückendorf, als wir kamen, war er schon da. Er ging mit uns nach Wattenscheid, zerstritt sich dort mit seinem eigenen Bruder, scheiterte bei dem Versuch unseren Trainer abzusägen, ging dann nach Schalke, aber irgendwie dann doch nicht und hat sich in den letzten Jahren in Wanne-Eickel ein eigenes Imperium aufgebaut. Wie die dicke Spinne in ihrem Netz. Dabei hat er doch so abgenommen.

Auf den Zettel wurde unsere Name also vom Ömer gekritzelt. Die Schatten der Vergangenheit.

Ich sagte dem Dennis: Ich werde mal drüber nachdenken und melde mich. In Wirklichkeit habe ich gar nicht drüber nachgedacht. Weil, was soll man schon von einem Trainer halten, der im ersten Telefonat mit dem Vaters eines Kindes, dass er noch nie gesehen hat und auf Empfehlung eines Typen, der dieses Kind auch schon zwei Jahre nicht mehr gesehen hat, rumtönt, er würde erst mal fünf Kinder rauswerfen. Was soll man von einem Trainer halten, der hinter dem Rücken eines Trainerkollegen Eltern direkt anruft.

Eben. Genau das.

Plus: wir möchten immer noch nicht mit Druck Fußball spielen. Unsere Mannschaft ist immer noch klasse. Es gibt also gar keinen Grund derzeit zu wechseln. (Ausserdem wusste ich ja, wer da noch alles so zur Sichtung geht. Und mit denen möchte ich gar nicht wieder in einer Mannschaft sein.)

Das habe ich dem Dennis dann mitgeteilt. Nicht das in Klammern, das davor.

Anschliessend habe ich unseren Trainer informiert, dass mich ein Herr von einem konkurrierenden Verein angerufen und zur Sichtung eingeladen hätte. Weil man das so macht, denke ich. Damit hätte die Geschichte dann eigentlich zu den Akten gelegt werden können und ich hätte mich weiter mit den Ankauf absonderlicher Trikots beschäftigen können (Anderlecht, Salzburg oder gar der #effzeh).

Aber jetzt nimmt die Geschichte erst so richtig Fahrt auf. Bis hierhin war nur Intro…

Das Sichtungstraining ist an einem Dienstag. Einen Tag zuvor haben wir ein Spiel gegen Rot-Weiß Essen – die Mannschaft, aus der 5 Spieler rausfliegen.

Einen Tag vor dem Sichtungstraining.

Dann bekomme ich eine WhatsApp von einem Bekannten. Einem Bekannten, der auch zum Sichtungstraining geht. Der Co-Trainer vom alten Verein. “Wann ist denn euer Spiel am Montag?” – “Warum willst du das wissen?” – “Weil ich da hingehen will”.

Nun könnte man meinen, der will da einfach nur mal gucken, will ja nach Rot-Weiß, will vielleicht mal schauen wie die so sind.

Aber: der macht nichts ohne Hintergedanken, hat überall seine Finger drin, vermittelt Kids in Vereine.
Da klingelt die erste Alarmglocke. Der will nach Rot-Weiß, das heisst der hat da schon seine Finger drin, will bei uns gucken, wen er dem neuen Trainer empfehlen kann um sich lieb Kind zu machen.

Er will nämlich auf jeden Fall vom alten Verein weg und MUSS bei dem Sichtungstraining Erfolg haben und will sich bei uns ein paar Antrittsgeschenke besorgen. Call it Paranoia. Aber der Jugendfußball hat mir jegliche Gutgläubigkeit ausgetrieben.

Dann kommt eine WhatsApp wie aus einem japanischen Horrorfilm. So zum Adern um das Blut rum gefrieren lassen.

“Wie heisst denn euer Torwart? Meine Quellen sagen, er wäre der beste in Essen.”

Und – richtig geraten: Rot-Weiß Essen sucht auch einen Torwart.

Und jetzt klingelt die Glocke mal so richtig Alarm. So wie in dem einen Depeche Mode Video.

Martin L. Gore. Im Muscle-Shirt. Wie er an dem Seil reisst…

People Are People.

Are Assholes.

Ich informiere unseren Trainer über meine Bedenken. Und jetzt läuft die Maschine heiss. Unser Spiel steht kurz vor der Absage. Diverse Leute telefonieren mit diversen anderen Leuten. Bis es die Zusage gibt, nein, das Spiel ist kein Vorspielen unserer Kids für RWE, keine Salatbar mit Alles Inklusive Tarif.

Wir spielen uns Spiel gegen RWE. Es geht 4:4 aus, wobei wir spielerisch klar besser sind. Dennis ist auch da. Am nächsten Tag meldet sich RWE, dass sie sich für drei Kinder von uns interessieren.
Soviel mal zu meinen prophetischen Fähigkeiten.

Sie interessieren sich auch für unseren Torwart. Das der vor drei Monaten schon mal bei ihnen zum Probetraining war, da aber von ihnen abgelehnt wurde… so viel mal zu den prophetischen Fähigkeiten der Leute bei RWE…

Aber irgendwie hat die Geschichte dann doch noch ein Happy End. Rot-Weiß Essen verfolgt nämlich, wie sich herausstellt ein ungleich weniger disruptives Modell, als viele der umliegenden Möchtegernvereine. Sie schauen sich an, ob die Trainingsbedingungen in den jeweiligen Vereinen stimmen, d.h. ob die Voraussetzungen gegeben sind, dass die für sie interessanten Jungs sich auch weiter gut entwickeln, und lassend die Kids vorerst in ihrer gewohnten Umgebung. In ihrem Team.

Einzige Bedingung: sie sollen bloss nicht nach Duisburg, Oberhausen oder Wattenscheid gehen. Schalke wäre aber okay.

Und hier könnte die Geschichte dann wirklich zu Ende sein.

Aber zwei Tage später bekomme ich eine WhatsApp vom Ömer. Er hätte mir doch nur einen Gefallen tun wollen und warum ich denn gesagt hätte, dass ich bedrängt worden wären.

Mit den Worten meiner unglaublich weisen Frau schrieb ich dann: „Lieber Ömer. Vielen Dank, dass du an uns gedacht hast, aber wir kommen ganz gut alleine klar. Und von Trainern, die hinter dem Rücken ihrer Kollegen Spielern nachstellen halte ich nicht all zu viel. Damit habe ich in den letzten Jahren schon zu viele schlechte Erfahrungen gemacht.”

Dennis hat vom Verein einen Einlauf bekommen und sich dann in Ömers kuscheliger Bauchfalte ausgeheult.
Und das macht ihn dann doch auch irgendwie wieder menschlich…

Die Sonnenblumen von Gennaro Gattuso

Kurz mal, weil es mich eben gerade so hochgekocht hat.

Ja, taktische und auch untaktische Fouls – in diesem Zusammenhang auch mal die Frage in die Runde, wie genau denn unindividuelle Fehler aussehen – gehören zum Fußball dazu.

Ich gestehe es auch einem leitenden Angestellten eines eher mittelmässig erfolgreichen Wirtschaftsunternehmens gerne zu, seinen Angestellten doch den Einsatz unlauterer, aber gemeinhin akzeptierter, Komponenten ihres täglichen Tuns nahezulegen.

Sprich: Ich verstehe es durchaus, dass man einem Herrn Boateng ankreidet, dass er nicht einfach mal einen gegnerischen Angriff mit einem sogenannten “taktischen Foul” unterbunden hat.

Man könnte nun einwenden, warum Schalke 04 denn nicht Spieler geholt hat, die so eine Situation mit fußballerischen Mittel lösen können.

Dann würde man mich wohl einen hoffnungslosen Fußballromantiker schelten und schimpfen.

Aber dann bin ich halt gerne Romantiker. Von mir aus auch hoffnungslos. Was da in der Bundesliga abgeht ist eh nicht mehr mein Fußball.

Sollte ich mich damit ein deinen Augen, lieber Leser, disqualifiziert haben, brich bitte hier deine Lektüre ab und wir gehen einfach die getrennten Wege getrennter Meinungen.

Die Problem im Jugendfußball wird niemand, der sich mit der Materie einmal ein wenig beschäftigt hat, von der Hand weisen wollen. Kids werden von brüllenden Trainer, brüllenden Eltern auf- und angestachelt.

Ein weiser und ruhiger Mann sagte erst unlängst den weitsichtigen Satz zu mir: “Und dann wundern sie sich, dass sie in der D-Jugend lauter Treter auf dem Platz haben, die sie nicht mehr kontrollieren können”.

Müssen solche Kinder nun auch noch aus der Zeitung, dem Fernsehen, dem was auch immer hören, wenn gefordert wird, dass ein in einer Spielsituation unterlegener Spieler – Boateng hat den Zweikampf verloren, weil er nicht spielintelligent und einsatzbereit genug war – die Situation durch einen unfairen Einsatz zu seinen Gunsten wendet.

Ist die Antwort “ja”? Weil es zum Spiel dazu gehört? Ist ja eine Kontaktsportart. Ist die Antwort “nein”?

Oder ist es gar die Aufgabe der Trainer, Eltern, Betreuer, den Kids das zu erklären? Oder haben wir einfach so schon genug damit zu tun, den Kinder “das Spiel zurück zu geben”, wie es so schön heisst?

Fouls gehören zum Fußball dazu. Gehört es aber auch dazu, wenn U10 Mannschaften 1x die Woche im Training “Trikot ziehen” üben..!?

Gehört denn dann Platzsturm und gegnerischen Fans überfallen auch zum Fansein dazu..!?

Vielleicht ist Fußball wirklich nicht mehr mein Sport.

Und noch ein weiterer Aspekt.

Wenn sie bis hierhin gekommen sind, herzlichen Glückwunsch.

Ein weiterer Aspekt: in der Jugend, gerade in den jüngeren Jahrgängen (U7 – U10) haben oftmals physisch starke Spieler einen Vorteil. Sie wirken nach aussen besser, weil sie rennen und kämpfen bis zum Umfallen, auch wenn sie fußballerisch eher limitierte Spieler sind.

Jeder kennt doch den etwas pummeligen Julian, der aber jedes Spiel entscheidet, weil er einfach von der Mittellinie draufhaut.

Ist es ein abwegiger Gedanke, dass technisch versiertere Spieler durch die Kraftbolzen, gerade in jungem Alter verdrängt werden..!?

Oder ist das schon die natürliche Auslese und die Techniker die durchkommen sind dann schon durch das ”Stahlbad von Karnap” gegangen..!?

Bekommen wir nur so feine Techniker, die auch gegen eine Uli Borowka bestehen können..!?

Und bitte nicht falsch verstehen, ich möchte nicht, dass die Kids sich auf dem Platz an den Händen halten und wie die Schmetterling über eine Sommerwiese hüpfen. Ich denke nur, es sollte irgendwo einen Platz geben zwischen Blümchenpflücken und Battle Royale. An diesem Platz möchte ich gerne Fußball schauen. Mehr nicht.

Vielleicht ist es auch einfach so, dass ich jederzeit 11 Höwedes für einen Özil eintauschen würden. Vielleicht ist es das…

Des Satans jüngste Tochter

ankst

Lasst uns doch mal über Angst sprechen.

Also jetzt nicht diese große, die existentielle Angst, die über uns allen herumwabert und uns in lauschigen Nächten besucht. Tod, Armut und diese ständig nagende Furcht niemals alle Folgen, sämtlicher Stargate Ableger auf DVD zu besitzen.

Soll ja auch nicht zu grüblerisch werden hier.

Reden wir über Angst im Fußball und da springt ja sicherlich sogleich ein gewitzter Wortakrobat hinter der Eckfahne hervor, der die Mär vom Angstgegner ins Spiel zu bringen gedenkt. Aber, mal ganz ehrlich, in unserer mittlerweile vierjährigen Zugehörigkeit zum Juniorenfußball-Wanderzirkus ist uns eigentlich nie ein Gegner begegnete, der der zusätzlichen Überhöhung durch die Komponente “Angst” bedurft hätte.

Es gibt sicherlich Rivalen, wie dieser Verein aus Mülheim, den wir irgendwie noch nie besiegen konnten (und von dem man berichtet, dass der Trainer die Eltern immer erst fragen muss, ob an einem Termin ein Golf- oder Hockeyturnier ist, bevor er da ein Turnier oder Freundschaftsspiel annehmen kann).

Es gibt auch unangenehme Gegner. Oder schlicht doofe Gegner, wo der Trainer vor dem Spiel rumfaselt, dass er sich die Spieler ja aussuchen könne und er die schlechten dann halt wegschickt – und man seiner Mannschaft dann vor der sich füllende Kulisse eines Regionalliga-Stadions ein in seinen Augen inakzeptables Unentschieden abringt.

Aber Angst? Hmm…

Angst hatten wir in unserer letzten Saison beim alten Verein. Angst hatten wir eigentlich alle, Vater, Mutter und Sohn. Angst hatten wir alle und immer. Auf der Fahrt zum Training, weil wir ja zu spät kommen könnten (was Strafe kostet). Im Training, im Spiel, weil jeder Fehler direkt zu Kritik führte und das in einer Art und Weise, der man das Keyword “kindgerecht” guten Gewissens verweigern würde. Angst davor, ein Training, ein Spiel zu verpassen, weil man dann beim nächsten Spiel aus der Startaufstellung fliegen könnte. Angst davor, dass der Sohn im Spiel nicht “performt”, weil es, ausser für des Trainers Liebling, keine zweite Chance gibt. Angst vor jedem neuen Kind im Training, weil es ein potentieller Konkurrent ist. Und am Ende auch Angst wem man überhaupt noch etwas erzählen kann, weil jedes falsche Wort hintenrum, mit der Einschlagskraft von mindestens drei mal Hiroshima, wieder auf einen zurückfallen konnte. In unserer kleinen Welt…

Das ging so weit, dass der Trainer einem Elternpaar, welches noch Kontakt zu einer ehemals unserer Mannschaft angehörenden Dame und ihrem Sohn pflegte, nahe legte, diesen Kontakt umgehend abzubrechen. Weil ihr Sohn sonst ”die Konsequenzen spüren” würde.

So weit ging das…

In unserer kleinen Welt.

Es gibt Menschen, mit denen ich bis heute nur telefonisch verkehren kann, niemals per Email, SMS oder WhatsApp. Damit es ja nichts schriftliches gibt, was irgend etwas beweisen können würde.

Da war Angst. Auf diesem Kunstrasen da, in diesem Vorort da.

Aber da sind wir ja weg. Und die Angst, die haben wir da gelassen. Natürlich darf Fußball auch mal anstrengend sein, darf nerven. Man darf das alles blöd finden, traurig sein. Aufgeregt sein. Aber in dem Alter darf es auch gerne noch Spass machen.

Und im Moment passt es zum Glück.

Und dann war die Angst auf einmal doch wieder da. Sie hatte in Viersen gelauert. Auf einem Turnier. Und ich musste sogar Eintritt dafür bezahlen. Die Angst nahm neben mir auf der Tribüne Platz und machte es sich bequem. Aber wir hatten ja auch schon die Nacht zuvor im Bettchen gekuschelt, also waren wir schon auf du und du.

Wir spielten bei diesem Turnier gegen Anderlecht und den HSV. Aber die kochen ja auch nur mit Wasser. Zumindest der HSV. Everton war da, Inter Mailand und Schalke und Dortmund. Aber das verursachte höchstens so eine Art nervöses Kribbeln, eine Aufgeregtheit. Mal gegen solche Mannschaften zu spielen.

Es war aber unser allererstes Spiel an diesem Tag, was mich meinen Nachtschlaf und den Rest meiner sowie kaum nennenswerten Ruhe bei Fußballspiele brachte.

Es war das erste Spiel gegen den alten Verein. Nach 14 Monaten. Das erste mal wieder auf die alten Eltern treffen, den Arschlochtrainer und die Kids, die ich zwei Jahre als Betreuer betreut hatte.

Und ich hatte Angst. Angst wie ein kleines Kind, dass alleine im dunklen Wald aufwacht. Ich hatte motherfucking Angst…

Und dann war es vorbei. Wir spielten schlecht. Wir spielten richtig schlecht. Und haben 1:3 verloren.

Es hätte auch ganz anders laufen können. Das Potential für die grossen, hollywoodreifen Emotionen war durchaus vorhanden. Das erste Wiedersehen. Der Sohn sogar noch als Kapitän. Schiesst in der letzten Sekunde das entscheidende Tor. Aber, nee…

Wir waren schlecht.

Aber die Angst war weg.

Die alten Eltern waren freundlich, die alten Kids abgeklatscht. Sogar den Arschlochtrainer begrüsst. Gut, er wollte sich wortlos an mir vorbeischleichen, aber ich habe ihm dann einfach mal die Hand hingehalten und nach dem Weg zum nächsten FKK-Bad gefragt. Es war sehr heiss an dem Tag…

Aber die Angst war weg. Einen Pflock durchs Herz gerammt, den Kopf abgetrennt, verbrannt und die Asche in Salzwasser versenkt.

Das ich mich ab sofort freuen würde, auf die alte Mannschaft zu treffen, so weit würde ich nicht gehen. Aber es ist mir höchstens noch leicht bis mittel unangenehm.

Und damit könnte jetzt hier gut gerne Schluss sein. Aber dann geschah noch etwas, was den Tag für mich für immer legendär machen wird.

Wir waren also, wie bereits erwähnt, schlecht. Oder sagen wir: unerfahren. Drei Spiele durch einen Gegentreffer in den letzten 30 Sekunden aus der Hand gegeben. Aber so ist das halt als Dorfverein, der seine ersten Schritte auf internationalem Parkett macht. Auch nicht anders, als wenn Giraffen in Südafrika auf einem LKW mitfahren.

Am Ende war für uns nur ein fünfter Platz in der Gruppenphase drin und somit der Weg in die Finalrunde versperrt. Aber als bester Fünfter gab es immerhin noch ein Platzierungsspiel um Platz irgendwasundzwanzig gegen den KFC Uerdingen.

Und wie wir so Aufstellung nehmen, auf dem Platz, sehe ich aus den Augenwinkeln die Kids der alten Mannschaft auf der Tribüne sitzen. Die waren nämlich im Gegensatz zu uns in die Finalrunde gekommen und hatten jetzt einige Minuten Pause.

Dann pfeift der Schiri an und irgendwie denke ich, ich höre nicht richtig. Irgendwer ruft den Namen vom Sohn. Irgendwer und noch irgendwer. Und dann noch irgendwer. Und dann drehe ich mich um und sehe unsere komplette alte Mannschaft, wie sie den Sohn und sein neues Team anfeuern und immer wieder seinen Vor- und Nachnamen skandieren. 10 Minuten lang. Wie sie mit uns jubeln und sich über unsere Tore freuen.

Was für ein Gänsehautmoment.

Sogar jetzt noch.

Und auch ein Zeichen dafür, dass an all dem Stress, an all diesem Scheiss, den man so an Fussballplätzen erlebt, doch meistens die Erwachsenen Schuld sind.

(Als Strafe dafür, dass der Grotifant nicht dabei war, haben wir Uerdingen natürlich besiegt. Ehrensache.)

Wir träumten von Honig

Seit – schnell mal die heruntergerissenen Kalenderblätter mit dem Fuß zu einem Haufen zusammenschieben und grob durchzählen – also seit knapp vier Jahren sind der Sohn und ich jetzt im großen bunten Fußballzirkus unterwegs.

Und nun ist es also passiert. Das, wovon jeder, der sich im Jugendfußball tummelt, schon mal gehört hat.

Nein, nicht die Messerstecherei unter aufgebrachten Fußballeltern am Rande eines bedeutungslosen E-Jugend-Spiels. Und auch nicht die Hörbuchfassung der Memoiren des Typen, der hinter jeder Theke in jedem Vereinsheim ab Landesliga abwärts steht, der es fast einmal geschafft hätte, der schon auf dem Sprung in die Bundesliga war, bevor, ach das Knie… das Knie…

Das ist natürlich auch passiert. Das passiert ja jeden Tag und überall. Aber davon soll hier nicht erzählt werden.

Wir sind gescoutet worden.

Die Geschichten kennt man, man raunt sie sich am Rande der samstäglichen F-Jugend Ansetzungen zu. Vom Julian, der nach dem Turnier beim Sickingmühler SV letzte Woche vor lauter Visitenkarten gar nicht mehr grade laufen konnte.

Und ich habe, no shit, in irgendeiner WhatsApp-Konversation noch ein Foto von der Visitenkarte des BVB-Scouts. Das hat der Ömer mir irgendwann mal geschickt. Obwohl ich gar nicht danach gefragt hatte.

Nun ja. Der Sohn ist also gescoutet worden. Nicht wir. Wer würde mich auch scouten wollen. Obwohl – schon rein durch meine Körpergröße eigne ich mich beispielsweise hervorragend dafür, im Vereinsheim den Karton mit dem Instant-Kakao vom obersten Regal herunterzuholen.

Nun stellt der Uneingeweihte sich das mit dem gescoutet werden vielleicht äußerst glamourös vor. So wie den ersten Kuss. Oder Magie. Auf Einhörnern reitende Delphine blasen einem Luftschlangen aus Marzipan durch die Nebenhöhlen. Und dann ist´s doch wieder nur bei Kevin in der Kellerbar während im Hintergrund der Dirty-Dancing-Soundtrack läuft.

Es war – und ich darf das an dieser Stelle vorwegnehmen – äußerst unglamourös. Ungefähr so, wie der Unterschied zwischen einem weißen Sandstrand auf Mauritius und dem Bahnhof von Wanne-Eickel. Wo ja der Setdesigner der ersten beiden Resident-Evil-Filme aufgewachsen ist. Also, nicht auf Mauritius…

Es geschah am Rande der Vorrunde zu den Hallenstadtmeisterschaften. In einer dieser Sporthallen, in denen der Uringeruch schon eingebaut ist. Nach dem zweiten Spiel unserer Mannschaft trat ein mich altersmäßig halbierender Herr, dessen Physiognomie sich für jeglichen Bartwuchsanflug zu schade zu sein schien, unserem Trainer an die Seite und murmelte ihm etwas zu. Und weil ich mich ja immer strategisch in Hörweite jeglicher wichtiger Gespräche am Rande von Fußballplätzen aufhalte, aber eben auch nie nah genug um dann auch zu verstehen, was denn da gesprochen wird, schwirrten die Wortfetzen “neun” und “elf” an meinen Hörnerv, kitzelten an ihm herum und lenkten ihn natürlich dermaßen ab, dass der Rest des Gesprächs für mich zunächst im Reich der Mysterien verblieb. Der scheue Spion. Ich so.

Die Nummer “9” ist die Rückennummer des Sohns.

Das Ganze löste sich dann aber relativ schnell auf, als unser Trainer – und an dieser Stelle ein Einschub:

So, genau so macht man das. Der Scout oder Trainer des interessierten Vereins fragt den Trainer, in dessen Mannschaft das Objekt der Begierde spielt, ob er die Eltern des Spielers ansprechen darf. Dies wird in einem späteren Beitrag nähere Erläuterung erfahren, aber: genau so.

Das Ganze löste sich also relativ schnell auf, als unser Trainer die Worte “kannst ihn gerne selber fragen” sprach und den Jüngling in meine Richtung verwies. Er wäre der Trainer der Jugendmannschaft eines Teams, dass ein Huftier als Maskottchen hat, welches in Dänemark (zumindest derzeit) nicht an Löwen verfüttert wird und kein Pferd ist*. Der Sohn wäre ihm aufgefallen und er würde uns gerne mal zum Probetraining einladen.

Dies ist nun die Stelle, an der handelsübliche Fußballväter und Eishockeymütter hochdrehen, ausflippen, bei 120 den Rückwärtsgang einlegen und ganz generell dazu neigen, sich nackt auf die Mittelspur der nächst gelegenen Autobahn zu legen.

Wir haben mit unserem Dorfverein unlängst gegen einen anderen Dorfverein gespielt. Wir besiegten sie zweistellig und nach dem Spiel stand ich mit einem Vater der gegnerischen Mannschaft zusammen. Sie hätten ja unlängst ihren Torwart an einen benachbarten Drittligisten verloren. “Ach, warte mal ab. Der ist in einem Jahr wieder da”, sagte ich ihm und: “Bei denen wechseln die zum Sommer auch wieder vier bis fünf Spieler aus”. “Ja, weil meiner da auf der Liste steht”. Das war seine Antwort. Weil seiner da auf der Liste steht…

Genau darum fiel meine Antwort an den jugendlichen Huftierdompteur so aus, wie sie ausfiel: “Danke für das Angebot. Ich werde mit meinem Sohn darüber sprechen, aber ich sage dir direkt: eher nicht”.

Ich glaube, so ganz hat er das nicht verstanden. Weil die übliche Reaktion komplette Fußballvaterekstase ist. Denn, klar, der Kurze soll ja nicht Spaß am Fußball haben, der soll gefälligst der nächste CR7 sein.

Gerade im unteren Jugendbereich, gerade bei den größeren Vereinen ist Kontinuität oft ein Fremdwort. Da werden jedes Jahr Spieler geholt, Spieler rausgeschmissen. Wir waren lange genug in so einem Verein. Gar nicht mal dritte Liga, noch darunter, lebte er vom Abglanz der Vergangenheit, in der ehemaligen Modehauptvorstadt Deutschlands, deren Restberühmtheit darin besteht, dass die Bratwurst im Stadion recht gut schmeckt. Nach zwei Jahren, waren von der Mannschaft, mit der wir gestartet waren, noch ganze vier Kinder übrig. Zehn sind in der Zeit gegangen. Die einzigen, die das freiwillig gemacht haben, waren wir.

Das war der eine Grund für die Absage. Weil wir zwei Jahre erlebt haben, wie das ist im sogenannten Leistungsfußball. Ob wir ohne dieses Erfahrung abgesagt hätten? Das kann ich, ganz ehrlich, nicht sagen.

Der zweite Grund, und das ist auch der Grund, warum bei unserer jetzigen Mannschaft Abwerbeversuche keine Chance haben: Es ist ein Team. Mit einem tollen Trainergespann, das eine Mannschaft formt, ihnen was beibringt, sie weiter bringt und nicht ständig neue Spieler zukauft, fertige Spieler sucht und dann die jeweils schlechteren aussortiert. Diese Mannschaft ist gewachsen, seit drei Jahren zusammen. Vor 15 Monaten noch bekamen die zweistellige Ledereinläufe; mittlerweile besiegen die durchaus schon mal die Jugendmannschaft des Herzensvereins meines ehemaligen Tennislehrers*.

So geht Fußball, so geht Trainer. Das musste ich aber auch erst lernen und dadurch haben wir ein Jahr verloren. Ein Jahr, in dem uns Fußball keinen Spaß gemacht hat. Und so ein Jahr möchten wir vorerst nicht noch einmal erleben.

Daher haben wir abgesagt.

Ob ich trotzdem stolz bin? Ich bin stolz wie Hölle.

Aber um mich geht es ja tatsächlich nicht. Ich bin in dem ganze Spiel scheißegal. Ich kann mir meine Bestätigung bei Quizduell holen, oder halt das größte Croissant der Welt backen.

Also nochmal: ob der Sohn stolz ist? Der ist stolz wie Hölle.

Und für ihn war das unglaublich wichtig. Beim Bratwurstverein* bekam er vom Trainer keinerlei Anerkennung, war verunsichert und hatte einfach den Spaß am Fußball spielen verloren.

“Papa, bin ich zu schlecht?” Das ist eine Frage, die du von deinem Kind niemals, niemals hören möchtest.

Wenn er jetzt hört, dass gleich zwei Vereine – der Scout vom ewigen Zweiten aus Plastik-City* war auch interessiert – ihn toll finden…

So schlecht kann er ja dann nicht sein.

“Hallo F. Vielen Dank noch mal für die Einladung zum Probetraining. Wir haben das besprochen und uns entschieden, bei unserem Verein zu bleiben, da wir uns dort sehr wohl fühlen. Vielleicht sieht man sich ja in ein paar Jahren noch einmal wieder.
PS: Darf ich fragen, was dich bewogen hat uns anzusprechen? Reine Neugier meinerseits…”

“Kein Problem. Dein Sohn ist ein technisch Guter für sein Alter, hat die Übersicht, ist schnell… das braucht man alles, um erfolgreich Fußball zuspielen… außerdem ist er Linksfuß und ich suche momentan noch Linksfüßen.
Der Scout von Plastik-City*, der am Sonntag da war, fand ihn auch sehr gut!”

* Name geändert. Richtiger Name der Redaktion bekannt.

Ersatzinhalt: Die 10 Fragen des ColliniSue-Man-Chu

Manchmal ist es eben so im Leben. Der feingliedrige und mit alabasterfarbenem Körper gesegnete Wochenendrebell warf ein Stöckchen und wie ich mich auch drehte, wendete, Haken schlug, wie ein Häschen – drei Tage war es krank, jetzt hüpft es wieder, Gott sei dank – es gab kein entrinnen. Er wusste wo ich wohne.

Und nachdem die, nein “geschätzten” will ich nicht schreiben, Herren… unser Verhältnis ist ja vielmehr so, wie das zweier verfeindeter Kriegsparteien am Weihnachtsabend. Für ein paar Stunden versucht man miteinander auszukommen, während man auf den Gebeinen der gefallenen Kameraden Grog schlürft.

Nun, die Herren PorcusDivinus und lostinnippes haben ja bereits ihre Abscheu, Abneigung, Ekel gar gegen Stöckchen jeder Art geäussert, daher möchte ich hier nun den anderen Weg gehen. Natürlich werde ich öffentlich zum Ausdruck bringen, wie sehr ich, bäh, Stöckchen verabscheue und so was ja eigentlich nicht mache. Aber tief in mir drin, hmm… so tief ist das eigentlich gar nicht, also im Prinzip knapp unter der Oberfläche, bin ich ja eine Aufmerksamkeits-Schlampe.

Anders ausgedrück: Yay! Stöckchen!

1. Wie roch Deine Kindheit?

Nach der Rheumasalbe, die meine Oma meinem Opa immer auf den Rücken geschmiert hat. Da ich als Kind fast jedes Wochenende bei meinen Großeltern verbrachte, war das wohl der bestimmende Geruch. Und der Rauch von den Zigarillos meines Stiefvaters. Hmm… und dann bilde ich mir noch ein, dass meine Kindheit auch nach Kohlenstaub roch. Mein Opa war ja noch auf der Zeche. Ob das jetzt aber verklärte Ruhrgebietsromantik ist, oder ob das wirklich so war? Wer weiss…

2. Dinner für zwei in der Currywurstbude anne Ecke. Wer ist Deine prominente Wunschbegleitung? Und warum?

Ich schwanke da zwischen Hans Jonas und Mickie Krause. Obwohl ich ja eher so der Jägerwurst-Typ bin. Mit den beiden auf ne Jägerwurst – das würde die Pole meiner Existenz relativ gut abbilden…

3. Die Koffer sind gepackt. Morgen geht’s los. 4 Wochen Urlaub. Ganz alleine. Wo geht’s hin?

Toronto, Kanada. Da steht nämlich der beste Comicladen der Welt. Wenn mann Joe Matts PEEPSHOW gelesen hat, hat der Laden was magisches. Ausserdem könnte man dann gleich noch das Toronto Comics Arts Festival mitnehmen. Und ein paar nette Menschen besuchen, deren Platten ich schon veröffentlicht habe, die ich aber noch nie persönlich getroffen habe.

4. Wenn Du Sex mit mir haben dürftest – welches Lied würde im Hintergrund laufen?

5. Welches Tier warst Du in einem früheren Leben und woran machst Du das fest ?

Ein Pangolin. Viel absurder geht es ja wohl kaum.

6. Welcher Film spiegelt Dein Leben am besten wider?

Lost Highway. Oder Eis am Stiel I – VI.

7. Deine Blogempfehlung?

Jetzt geht´s aber los… Da muss ich wohl mal gestehen, dass ich eigentlich kaum Blogs lese. Ich würde sehr gerne ein gutes zum Thema Jugendfußball lesen, auch weil ich ja selber anscheinend nicht dazu komme, meins regelmässig zu befüllen. Gibt´s da was? Bisher nix gefunden.

Zum Thema Comics sieht es auch eher düster aus, zumindest mit must-reads. David Welsh blogt seit 2011 leider nicht mehr und in Deutschland gibt es außer Marc-Oliver Frisch eigentlich nichts ernst zu nehmendes.

8. Was war in dem Koffer bei Pulp Fiction?

Deine Mudda war in dem Koffer bei Pulp Fiction!

9. Ordne Twitterern Deiner Timeline folgende Prominente zu und begründe in einem Satz.

a. Karl Heinz Rummenigge Die @striggla – wegen ihrer Waden.

b. Helene Fischer Der @derpepo – wegen seiner zart-rosa Bäckchen.

c. Lemmy Kilmister Die @omenanto – weil die Braut rockt und das meine ich ausnahmsweise mal ernst.

10. Nach was schmeckt Deine Zukunft in 2014?

Die wird wieder nach Kunstrasen schmecken und nach Kaffee aus Wellblechhütten und nach Kreissportanlagen. #fjugend wird auch 2014 in der mittlerweile fünften Saison vom Sohn und mir das bestimmende Thema sein.

Und an dieser Stelle stirbt das Stöckchen. Gelächter. Weißblende.

Ähm… ja…

Das soll hier schon noch weitergehen…

{Überbrückungsmusik}

Genug Stoff aus dem “Haifischbecken Juniorenfußball” gibt es allemal.

Been there, done that – sie verstehen?

Kreisklasse, Leistungsbereich und wieder einen Schritt zurück, dahin wo Fußball Spaß macht. Ausserdem neu im Sortiment: die Fairplay-Liga. Und der Klassiker: Ein Vater kommt klar. Oder auch nicht.

Nun.

Während wir also alle – ich selbst ja auch – mit aufgesperrten Mäulchen, wie die Weihnachtskarpfen kurz bevor der Gummihammer darniedersaust, warten, warten, warten…

Alter, selbst Godot hat bei dir ja schon ne Numemr gezogen, so lang ist die Schlange…

(Hihi)

Derweil also ein Gastkommentar bei dem Verrückten. #echteliebe und so.

Der Fremde

Heute ist unser Trainer gestorben. Vielleicht auch gestern, ich weiß nicht.

So fängt das an hier.

Oder hört es auf.

Oder es ist mittendrin, ohne jetzt allzu philosophisch werden zu wollen. Wobei das ja, wie fast immer, wenn im Bereich des Ballsports mit dem Wort “Philosophie” gewedelt wird, ungefähr so philosophisch ist, wie jedes Kylie Minougue Video.

Ausser dem einen mit Nick Cave. Aber da wird sie am Ende ja auch tot geklopft…

Tod. Der grosse schwarze Vogel.

Unser Trainer ist tot und wir haben ihn getötet. Oder besser: er musste sterben, damit wir leben können.

Und so haben wir unseren Trainer getötet:

„Hallo B. Wir haben heute lange mit dem Sohn zusammen gesessen, da wir in letzter Zeit das Gefühl hatten, dass er die Lust am Fußballspielen ein Stück weit verloren hat. Als Konsequenz aus dem Gespräch haben wir beschlossen, den Schritt zu tun und ab sofort bei als Spieler (der Sohn) und Betreuer (ich) aufzuhören. Ich hoffe Du verstehst, dass wir uns in dieser Situation dafür entschieden haben im Sinne unseres Sohnes zu entscheiden, damit er nicht endgültig die Lust an dem Sport verliert, den wir beide lieben. Ich wünsche Euch natürlich viel Erfolg für den Rest der Saison. Viele Grüsse.”

Das war die SMS, geschickt am Vorabend unseres Turniers beim TuS Heven. Seitdem hab ich nicht ein Wort mehr mit unserem Trainer gewechselt.

Er stellte sich am nächsten Tag vor die Mannschaft und verkündete unseren Abschied, dass man so was nicht mache, dass man doch ”durchziehen” müsse.

Das wir unsere Gründe hatten, liess er unerwähnt. Er hat es nicht verstanden. Er konnte es nicht dulden.

Das jemand so was mit ihm macht.

Mit IHM.

Wir haben ihm in den Rücken geschossen.

So hört das also auf.

Und so fängt das an.

Denn wir sind erst mittendrin…